Bocuse Event von dermutanderer.de: Pieds de moutton à la poulette

Das Blogevent von dermutanderer.de zum Thema Paul Bocuse war wirklich eine Herausforderung.

Zu erst wurde meine Geduld herausgefordert.

Danach meine Kreativität.

Und zuletzt wurden meine Geschmacksnerven.

Hier ein Link zum Event!

Es sollte alles so gut beginnen.

Schon am 1. September als das Thema des Events bekannt gegeben wurde bestellte ich mich das dafür benötigte Buch „Bocuse – die neue Küche“ in einem Antiquariat über Amazon.

Die fleißigen Menschen dort verschickten das Buch noch am selben Tag und ich musste inkl. Versand nur 5 € bezahlen.

Doch dann kam DHL ins Spiel und die Odyssee meines neuen Kochbuches nahm ihren Lauf.

Um meinen Lesern nun alle Einzelheiten zu ersparen möchte ich dazu nur sagen, dass DHL mehr als zwei Wochen gebraucht hat um mir das Paket mit dem Buch zuzustellen.

Zwei Wochen in denen ich jeden Tag sehnsüchtig auf das Buch gewartet habe.

Zwei Wochen in denen ich ganze sieben Telefonate mit der Teil unfreundlichen DHL-Kundenbetreuung geührt und 5 Mails geschrieben habe.

Zwei Wochen in denen ich meinen Beitrag für das Event nicht planen konnte.

Als das Buch dann doch da war beschäftigte ich mich mehrere Tage damit es zu lesen.

Ich lernte wie man Omeletts richtig zubereitet, wie viele verschiedene Saucen man mit Mehl, Eiern und Butter abbinden kann und vieles mehr.

Auch die Ideen aus der der Einleitung fand ich nett sich nicht irgendein Rezept auszusuchen um dann verzweifelt nach den Zutaten zu suchen um dann schlussendlich ein Gericht aus minderwertigen, nicht optimalen Dingen zu kochen, sondern auf den Markt zu gehen um sich dort von den Zutaten inspirieren zu lassen.

Nun, wir haben einen sehr schönen Markt in Düsseldorf auf dem Carlsplatz aber nachdem schon so viel Zeit verstrichen war, habe ich es nicht mehr dorthin geschafft um 200 € für ein Gericht von Bocuse aus zu geben.

Gerne hätte ich auch die schon im Aufruf zum Event erwähnte Holzbeinsuppe gekocht und sogar die nötigen Utensilien dafür gehabt aber die Liste der Zutaten hätte einen zu großen Teil meinens Monatseinkommens verschlungen als, dass ich sie hätte zubereiten wollen 😉

So entschied ich mich dazu Hammelfüße à la poulette zuzubereiten, was laut dem sicher vielen von uns bekannten Übersetzer Herrn Bernd Neuner-Duttenhofer eins der Lieblingsgerichte von Bocuse sein soll.

Ich wusste auch schon, dass mein liebster, türkischer Supermarkt diese ganzjährig und frisch vorrätig haben würde und ich auf dem Markt keine Chance haben würde welche zu bekommen, also machte ich mich auf den Weg um mir vier Hammelfüße zu kaufen.

Nun sehen Hammelfüße nicht besonders appetitlich aus, selbst wenn sie gesäubert und abgeflämmt sind um jeglichen Dreck und alle ungeliebten Hammelhaare zu entfernen (zu den Hammelhaaren später noch mehr) aber ich ließ es auf einen Versuch ankommen, denn ich wollte ja unbedingt das Lieblingsgericht von Paul Bocuse nachkochen und fand zudem, dass die Zubereitung von einer Zutat wie Hammelfüße ein super Beitrag für ein Event von dermutanderer.de wäre.

Eigentlich könnte jetzt hier ein Rezept mit Mengenangaben und einer genauen Zubereitungsweise folgen aber da ich schon vorweg nehmen möchte, dass ich von dem Ergebnis selbst nicht besonders begeistert war und zudem finde, dass Herr Bocuse noch lebt und auch wenn sein Buch nicht mehr aufgelegt wird immer noch ein Recht darauf hat, dass man es kauft (wie gesagt mit Versand 5 €) um die Rezepte genau nachzulesen, habe ich mich dafür entschieden nur groß zu beschreiben was ich verwendet und wie ich das Gericht gekocht habe.

Zutaten für die Hammelfüße à la poulette
Zutaten für die Hammelfüße à la poulette

Man nehme also für eine Person vier vom kundigen Metzger vorbereite Hammelfüße und gare sie zusammen mit einer geviertelten Möhre, einigen Knoblauchzehen, einer mit vier Nelken gespickten Zwiebel und einem Kräutersträußchen aus Thymian, einem Lobeerblatt und Petersilie in einem weißen nur leicht siedenden Sud (Hierfür etwa zwei Liter Wasser mit etwas Weißweinessig zum Kochen bringen, mit etwas in kaltem Wasser aufgelöstem Mehl binden und pfeffern und salzen.

Nach ca. drei Stunden sollten die Füße weich geworden sein, sodass sich das Fleisch und das Fett und der Knorpel und die Haut und die Sehnen leicht von den Knochen lösen lässt.

Nun nimmt man sie heraus in gieße den Sud durch ein Sieb ab um ihn von dem nun nicht mehr benötigten Gemüse zu trennen.

Als nächstes werden zwei Hände voll Champignons von ihren Stielen und Schalen befreit (soll so aussehen wie auf einer Drechselbank entstanden).

Die Abfälle undbedingt aufheben.

Die geschälten Pilze kocht man dann für drei Minuten in einer Mischung aus ein wenig Wasser, Zitronensaft, Butter und Salz und deckt sie danach luftdicht ab.

Nun schwitzt man Mehl in Butter an und gießt dies unter ständigem Rühren mit dem Schneebesen mit dem noch heißen Fußsud auf.

In diese Mischung gibt man nun die Pilzabfälle und lässt das Ganze auf kleiner Flamme (oder für die, die wie Bocuse auf dem Kohleofen kochen: am Rande des Herdes) eine halbe Stunde einkochen.

Dabei entsteht eine Haut, die man zwischendurch abschöpfen kann.

In der Zwischenzeit kann man sich der interessanten Aufgabe widmen die essbaren Teile der Füße von den Knochen zu befreien.

Was ich dabei feststellen durfte war, dass noch einige Haare an den Füßen klebten, die man vor dem Kochen nicht sehen konnte, also habe ich das ausgelöste Fleisch nochmal unter fließendem Wasser abgewaschen, damit ich keine Haare zu den Füßen essen musste.

Nun gießt man den angedickten Sud nochmal durch ein Sieb und erhitz ihn wieder.

Dazu gibt man nun zwei mit Muskat und Pfeffer vermischte Eigelb und gießt diese ganz langsam und unter Rühren neben der Herdplatte in den Topf.

Nun bindet man noch mit einer großen Menge eiskalter Butterstückchen ab. Soll ja auch schmecken 😉

Zuletzt kommt das Fußfleisch, die Pilze und etwas Zitronensaft dazu und das Ganze wird mit Petersilie bestreut.

Bon appétit!

Hammelfüße à la poulette

Ich habe dazu ein knuspriges Baguette gegessen, muss aber sagen, dass die Hammelfüße trotz der Tatsache, dass ich eigentlich gerne Innereien und diverse andere eher unbeliebte Teile von Tieren inklusive deren Füße gerne esse, wirklich nicht mein Fall fahren

Ich empfehle nicht dieses Gericht nachzukochen aber es war trotzdem ein tolle Erfahrung und das Buch ist und bleibt ein Meisterwerk..

Advertisements

Ein Gedanke zu “Bocuse Event von dermutanderer.de: Pieds de moutton à la poulette

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s